Ein Gipfelstürmer geht ...

31.10.2017

Hans Lohmair verabschiedet sich in den Ruhestand.

Nach 22 Jahren erfolgreicher Geschäftsführung zieht sich Hans Lohmair von Bergmeister Leuchten zurück und geht in den Ruhestand – allerdings nicht, ohne den Boden für eine erfolgreiche Zukunft längst bereitet zu haben. Mit Tobias Eder und Simon Hochreiter hat er zwei Mitarbeiter aus dem Unternehmen viele Jahre gefördert und auf ihre Aufgaben als neue Geschäftsführer bestens vorbereitet. Und doch wird Hans Lohmair fehlen. Mit ihm geht ein bodenständiger, kreativer Visionär mit Weitblick, der keinen noch so steilen Berg fürchtete und konsequent seine Ziele verfolgte.

Lohmair betrat 1967 als Lehrbub zum ersten Mal die Kunstschmiede Bergmeister in Ebersberg, sein Lehrmeister war zu jener Zeit der international renommierte Kunstschmiedemeister Manfred Bergmeister. „An die Zeit erinnere ich mich sehr genau“, erzählt er. „Der Tag war lang und nachmittags habe ich mich auf die Werkbank gesetzt“. Von seinem Lehrmeister wurde er sogleich gerügt: „Im Sitzen arbeitet man nicht!“ Eine Anekdote, die für ihn im Berufsleben wegweisend war. 

Lohmair bewährte sich, stieg im Unternehmen auf und wurde schließlich zum Partner seines Lehrherrn – 1995 gründete er mit ihm zusammen die Bergmeister Leuchten GmbH. „Nach dem Weggang von Manfred Bergmeister hat es mich viel Kraft gekostet, dafür zu sorgen, dass jeder Mitarbeiter mit Arbeit versorgt ist“, erzählt er. „Mein oberstes Ziel war immer, Arbeitsplätze zu erhalten und den Mitarbeitern ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen.“ Mit unternehmerischem Geschick und einem feinen Gespür für den Geist der Zeit gelang es ihm, den Handwerksbetrieb erfolgreich durch schwierige Zeiten zu manövrieren. In Zeiten des städtebaulichen Wandels hat sich das Unternehmen mit individuellen Leuchten behaupten können, die sich passgenau in Stadtbilder einfügen. Mittlerweile prägen Bergmeister Leuchten nicht nur deutsche Städte, sondern internationale Schauplätze wie die Hafenprominade in Kuwait, den Platz vor der Oper in Moskau, oder die Altstadt von Bozen.

Die Formensprache der Leuchten hat sich in den letzten 22 Jahren gewandelt – hat dem Licht den Vortritt gelassen. Der handwerkliche Anspruch, der Hans Lohmair immer sehr wichtig war, ist jedoch geblieben. Dafür sorgen auch seine beiden Nachfolger Tobias Eder und Simon Hochreiter, die seit geraumer Zeit die Geschäftsführung federführend übernommen haben. „Tobi war mein erster Lehrling. Bei ihm habe ich sehr schnell gemerkt, dass er was bewegen wird. Das ist ein raffinierter Reißer, der die Dinge handwerklich angeht“, erzählt Lohmair. „Mit Simon Hochreiter, dem Enkel von Manfred Bergmeister, konnten wir einen gelernten Lichtplaner gewinnen.“    

Nun, da der Alltag mehr Zeit für Hans Lohmair übrig hält, wagt er sich an außergewöhnliche Abenteuer. Ob mit dem Radl durch die Wüste des Omans oder einmal um den Kilimanjaro, ob mit dem Kajak durch Alaska oder einfach „nur“ die Nordwand aufwärts – für Lohmair wird es nicht langweilig.